Ein weit-reichender Beweggrund
Wenn ich an Früchte denke, passiert etwas in meinem Körper...
Nach all den Jahren, in denen ich ihnen größtenteils auf Anraten aus dem Weg gegangen war, fasse ich heute mein Glück manchmal immer noch nicht. Es ist, als würde mir plötzlich die Welt zu Füßen liegen mit nichts als Freiheit im Gepäck!
Ein ganz normaler Morgen
Heute habe ich mich zum Schreiben auf den Balkon gesetzt. Es weht ein stärkerer Wind, ein paar Gesprächsfetzen von anderen Balkonen erreichen mich. Insgesamt ist es dennoch sehr ruhig und sonnig heute. Das Tomatenblatt der bisher größten und schönsten Tomatenpflanze kitzelt meinen Fuß, den ich auf den Stuhl aufgestellt habe. Sie ist wirklich so schön groß geworden, vielleicht weil sie den größten Topf hier bekommen hat.
Es ist immer noch vormittags und bisher habe ich eine Banane gleich nach dem Selleriesaft gegessen, mir einen „KIK“-Shot (Kurkuma, Ingwer, Knoblauch) mit einer Orange gemacht und einen großen Teller voller Melonenstücke gegessen, die mich erstmal sättigen bis ich mir gleich meinen eigentlichen Frühstückssmoothie machen werden, den legendären HMDS! HMDS!
Wenn ich an Früchte denke, passiert etwas in meinem Körper.
Mein Herz wird weit und ich sehe all die Farben und Formen vor mir. Eine Aufregung macht sich breit, wie Vorfreude auf das nächste Stück Obst, das gleich kommt.
Die Freude, die ich spüre, fühlt sich sehr kindlich an. Ich bin in Kontakt mit der kleinen Sabine in mir, die fröhlich und überschwänglich ist über das, was wir abgesprochen haben. Wie mein kleiner Neffe nach dem Bekanntgeben, dass es zur Feier des Tages Kuchen geben wird und nun alle 15 Minuten fragt, „Gibt´s jetzt endlich den Kuchen?“ … „Gibt´s jetzt endlich den Kuchen?“…
So fühlt es sich an. Sie zupft an meiner Kleidung und fragt, „Was gibt´s als nächstes? Sind die Nektarinen endlich so weit, dass wir den Gurkensalat ausprobieren können? Hattest du nicht gesagt, du wolltest eine Mango und auch mal wieder eine Papaya kaufen? Zum Glück hast du gestern doch noch die riesige Wassermelone mitgenommen“.

Natürliches Verlangen
Ich erlebe wirklich, dass dies das normale, natürliche Verlangen meines Körpers ist. Er verlangt nach seinem Treibstoff Glukose und zum Glück hat Mutter Natur ihn in all dieser Pracht und Fülle für uns bereitgestellt, wie nur sie es vermag. Leider wurde sie von Kinderriegel, Snickers und Prinzenrolle vom Thron gestoßen, damit nun nicht mehr Mutter Natur regiert, sondern - ich sag jetzt mal - die „Industrie“.
Tragisch. Sonst wären die Menschenköpfe nicht ständig mit all den Ersatzsüßigkeiten voll - sondern mit all den Früchten!
„Nicht ohne Grund erwähnt die Bibel Früchte über 300 Mal: Denn Früchte sind für unser Wesen von entscheidender Bedeutung. Die Menschheit existiert dank der Früchte, die wir seit Anbeginn unserer Spezies von den Bäumen gepflückt haben. Sie haben es uns ermöglicht, auf diesem Planeten zu gedeihen.“
-Anthony William 1
Ein weit-reichender Beweggrund
Langsam spüre ich, wie die Glukose der Wassermelone bereits an ihrem Zielort angekommen ist. Mein Körper verlangt nach der nächsten Ration.
Meinen Frühstückssmoothie, heute mit drei Bananen, auch, weil sie langsam schon ins überreife Stadium übergehen und weg müssen, zur Hälfte ausgetrunken, fühle ich mich wieder gestärkt um weiterzuschreiben.
Es gibt so einige tiefgreifende Gründe für meine Liebe zu Früchten - und einer davon ist:
Ich habe kein Verlangen nach Industrie-Süßigkeiten mehr!
Einfach Freiheit.
No longer craving industrial sweets gives me an immense feeling of freedom. Being able to eat as much fruit as I want, as often as I want, leaves so many of the more difficult emotions, such as guilt and shame, behind. No more restrictions; I don’t have to restrain, discipline, or reprimand myself when it comes to sugar consumption. In my earlier days as a teacher, there was always a large selection of sweets on the table in the staff room, and once I gave in, usually in moments of stress, and reached for one, the dam was broken, the floodgates open for the next and the next. The days of “… just three pieces of dark chocolate” in the hope that it’s true that the higher the cocoa content, the “healthier” it is, and I pretended to enjoy it… are fortunately over.
Einfach Frieden.
Meinen Smoothie ausgetrunken, hinterlässt er ein sattes, friedliches und wohliges Gefühl in meinem Körper. Es hat schon einen sehr erdenden Charakter. Kein hektisches, mit Schuldgefühlen übersätes immer weiter nach dem nächsten „sündhaften“ Stückchen greifen müssen.
Schon verrückt. Keine Sahnetorte kann mehr mithalten mit einer reifen Mango, Kirschen oder einer cremig „karamelligen“ Dattelfrucht. Kein unkontrollierbar erscheinender Drang in mir, der mich antreibt zu etwas, bei dem ich mir am liebsten immer gleichzeitig auf die Finger hauen möchte und der mich doch nur unzufrieden zurücklässt.
Stattdessen wird mir auch ein Blick hinter die Kulissen beschert. Ein Vorhang öffnet sich. Ein Sehen und Wahrnehmen mit anderen Augen findet statt.
So kam es einmal, dass ich nach einer längeren Zeit ohne Industriebackwaren plötzlich völlig perplex vor einer der großen Backtheken stand, die sich oft noch vor dem richtigen Eingang, und vor der Obstabteilung befinden. Ich sah alle diese süßen Gebäckstücke in fast gleicher Form und Farbe aufgereiht in den Regalen und Auslagen und nahm diese für mein Empfinden falsche Strahlkraft wahr, die von ihnen ausging. Teilchen, die sich wie aufgebläht und glänzend vor mir auftaten und präsentierten und mich zum Kauf animieren sollten.
So sah ich sie dort, ohne Wertung, für das was sie sind - ein trügerischer Ersatz!
Einfach Liebe.
In einem Absatz über den Unterschied zwischen diszipliniertem Schreiben und dem aus kindlicher Freude schreibt die Autorin Julia Cameron:
„…Ich mache meinen Schreibtisch zum verlockendsten Platz in meinem Haus. Auf dem Tisch gibt es Spielsachen. […] Und ich selbst werde beim Schreiben wieder zum Kind“.
Als ich das vorhin las dachte ich an mein Gefühl, das ich hier eingangs so ähnlich beschrieben habe ...Was passiert, wenn ich an Früchte denke… und die kindliche Freude, die dabei in mir aufsteigt.
Nicht das Disziplin nicht auch ihren Platz hat, keineswegs. Wenn wir etwas in eine bessere Richtung verändern möchten brauchen wir sie schon an bestimmten Stellen im Prozess. Aber sie sollte vielleicht nicht die absolut treibende Kraft hinter allem sein. Nicht hinter dem Schreiben und nicht hinter der Früchteliebe - sonst müsste ich ihr schließlich auch einen ganz anderen Namen geben.
„Wenn man Liebe als eine Frucht betrachtet, dann ist Mitgefühl ihr Kern. Das Gleiche gilt für Selbstliebe. Ohne Selbstmitgefühl ist Selbstliebe nicht möglich, sonst kann sie leicht in Selbsthass umschlagen.““-Anthony William2
William, Anthony. Medical Medium Revised and Expanded Edition: Secrets Behind Chronic and Mystery Illness and How to Finally Heal (English Edition) (S.262). Hay House. Kindle-Version. ↩︎- https://soundcloud.com/medicalmedium/healing-power-of-compassion ↩︎


Super schön geschrieben, liebe Sabine! 🍒🍍🍉🥝🍇
Danke, liebe Jasna, für deinen Kommentar. Ich freu mich sehr darüber 🙂 🍎
Danke für Deine Gedanken und Eindrücke, Sabine! Ich könnte die Rolle der Früchte in meinem eigenen Leben nicht besser Beachtung schenken, wie Du es hier in Worten so schön und treffend getan hast. ❤️
Vielen Dank, liebe Christina. So schön, deinen Kommentar zu lesen 🍎
Wenn ich nicht sowieso schon verrückt nach Früchten wäre, dann würde mich dieser Beitrag sehr motivieren, mehr Früchte zu essen. Sehr inspirierend zu lesen.
Vielen Dank, liebe Astrid, das freut mich wirklich sehr!🍎
So schöne Worte!!!! Danke dir für diesen tollen Text, indem ich mich wiederfinde, vor allem, die Stelle mit der Gluten-Theke😅Ich bin gespannt und freue mich auf deine nächsten Posts hier🥰
OHHH – vielen lieben Dank für deine Worte, liebe Korinna.🤗 Es motiviert mich sehr zum Weiterschreiben! 🍎
Früchteliebe berührt mich schon sehr. So schön geschrieben liebe Sabine. Liebe Grüße Anja
Danke für deinen lieben Kommentar, liebe Anja. Schön zu lesen, dass es berührt – das ist das Beste, was ich mir erhoffen kann 🍎